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WESER KURIER, 05.06.1997


"Schapp" auf Schick-gebracht"
Otterndorfer Prunkstück restauriert
Von Erika Thies



Nicht nur Kleider, auch Möbel gehen mit der Mode. Deshalb kann Restaurator Roger Kossann ziemlich sicher sein: Das "Bremer Schapp", das jetzt bei ihm wieder instandgesetzt worden ist, müßte so zwischen 1710 und 1740 entstanden sein. Es gehört dem Otterndorfer Kreismuseum "Kranichhaus" und kehrte inzwischen wieder dorthin zurück.

Die besonders sorgfältige Verarbeitung läßt vermuten, daß es sich hier wohl um ein Meisterstück gehandelt haben muß. Handwerkerzünfte waren bis zur Einführung der Gewerbefreiheit 1861 exklusive Kreise. Damit die Konkurrenz nicht zu groß würde, hielten die Meister ihre eigene Zahl möglichst klein; das qualitätsvolle "Schapp" könnte für einen Tischlergesellen das begehrte Entreebillett gewesen sein. Inzwischen aber zeigte es Risse, stand auf falschen Beinen, und Furniere hatten sich gelöst.

"Schapp" ist das niederdeutsche Wort für Kleiderschrank, und daß es sich hier um kein Hamburger, Lübecker oder Danziger " Schapp " handelt, sondern um eines aus Bremen, ergibt sich nicht nur aus der schlichten Form, sondern beispielsweise auch aus der typischen Säulenanordnung. Ein "Hamburger Schapp" des 18. Jahrhunderts würde prächtigere Schnitzereien aufweisen, ein "Lübecker Schapp " schlösse oben bogenförmig ab. Außerdem hat es einst im alten Bremer Gewerbemuseum einen jetzt leider verschollenen Schrank gegeben, der fast genauso aussah wie der Otterndorfer.

Das "Bremer Schapp", das jetzt wieder in Bremen war, ist aus fast astfreiem Eichenholz gefertigt und mit Nußbaum furniert. Es wurde 1969 für das Otterndorfer "Kranichhaus" erworben, in Kleinwörden bei Hechthausen und zwar zum Preis von 900. Mark.



Bremer Schapp

An sein Eichenholz wagte sich zwar kein Holzwurm, aber der Zahn der Zeit hatte an diesem "Bremer Schapp" kräftig genagt. Inschwischen sieht er jedoch wieder viel besser aus, können Restaurator Roger Kossann und Praktikantin Karen Melching zufrieden feststelle.
(Foto: Stoss)

In der Galerie unter der Rubrik "Bremer Möbel" ist der Schrank im restaurierten Zustand zu sehen.