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BREMER ANZEIGER, 28.03.2010

 



Bequemer sitzen zu Gericht

Landgericht Bremen ließ 115 Jahre alte Bänke aufwendig
restaurieren/ “Letzte Hemd“ gefunden


Wer vor dem Landgericht landet, hat meist schon ordentlich was auf dem Kerbholz. Damit die Jungs die Wartezeit vor ihrem Prozess künftig jedoch nicht auf unbequemen Mobiliar verbringen müssen, ließ das Landgericht nun vier Sitzbänke aus dem Jahr 1895 aufwändig restaurieren.

Das 1895 eingeweihte Landgerichtsgebäude an der Domsheide zählt ohne Zweifel zu den prächtigsten öffentlichen Bauten der Hansestadt. Nicht nur die reich dekorierte Fassade, sondern auch die Originalausstattung der Innenräume und der größte Teil des historischen Mobiliars haben den Krieg und die Modernisierungswelle der Nachkriegszeit nahezu unbeschadet überstanden.

Bank Landgericht leder restaurator

Und dennoch nagt der Zahn der Zeit und der Besuch zahlloser Richter, Angeklagter, Anwälte und Zeugen am historischen Mobiliar. Besonders der Lederbezug und die Polster der eichenen Richtersessel und Bänke ist nach über 110 Jahren im ständigen Gebrauch verschlissen und teilweise durchgesessen.

Mit Unterstützung des Restaurators Roger Kossann aus dem Peterswerder konnten jetzt vier alte Bänke in den Originalzustand zurückversetzt werden. Kossann: „Das war schwieriger, als es zunächst aussah.“ Zunächst habe man erst einmal ausreichend große Rinder für das Leder finden müssen, erklärt er. „So etwas wird heute gar nicht mehr gezüchtet.“ Die XXL- Rinderhäute fanden sich schließlich in Argentinien. Als nächster Schritt wurde nun das originalgetreue Linienmuster in das Leder geschnitten und das Bremer Wappen aufgeprägt. Mit dieser Arbeit wurde ein professioneller Lederkünstler in Hamburg beauftragt. Und auch die Prägevorlage für das Bremer Wappen, das jetzt silbern und rot hinterlegt glänzt, konnte mit einiger Mühe wieder aufgefunden werden.

Beim Abpolstern der Bänke erlebte Kossann noch eine Überraschung: Ein Vorgänger des Restaurators hat vor vielen Jahren offenbar nicht nur viel Arbeit investiert, sondern im wahrsten Sinne des Wortes sein letztes Hemd gegeben, denn unter einem der Rückenpolster war ein säuberlich zusammengefaltetes Arbeitshemd verborgen. Warum es in der Bank endete, weiß Kossann nicht. Seine Vermutung: Vielleicht habe ihn der Gedanke amüsiert, dass die Bremer Juristen bei ihren Verhandlungen künftig auf seinem Hemd sitzen würden.
(HO Bremer Anzeiger)